Jetzt stellte sich heraus, das ich mir beide Mittelfüße und das rechte Handgelenk gebrochen hatte.
Sie verpassten mir Gipsverbände an den Füßen und an der rechten Hand , verbanden den Kopf, das war`s.
Anschließend sollte ich wegen der Schwere meiner Verletzungen im Krankenhaus bleiben.
Dies lehnte meine Mutter mit aller Entschiedenheit ab, mit der Begründung, sie könne mich zu Hause bestens betreuen.
Also, ab in den Krankenwagen und wieder nach Hause. Unser Glück konnten wir gar nicht fassen.
Jetzt glaubten wir, mit der Lüge, ich sei die Bodentreppe heruntergefallen, kamen wir durch.
Jetzt kann uns, oder besser gesagt, mir, nichts mehr passieren. Ein wunderschönes Gefühl.
Es hätte nicht besser laufen können. Überglücklich teilten wir abends meinem Vater mit, wie die Sache heute ablief.
Zum ersten Mal seit langer Zeit sah ich ihn wieder lächeln.
Spät abends begab er sich noch zum Boden und präparierte die Bodentreppe so, dass bei einer Besichtigung mein Unfall auch glaubhaft schien.
In der Zwischenzeit flüchteten meine Freunde Holger und Klaus jeweils einzeln. Jeden Abend gab es großes Hallo.
Sie wurden am Bahnhof Zoo vom Empfangskomitee freudig begrüßt.
"Was ist mit Kalle"? wurde jedes Mal gefragt. Erstaunt antworteten die Jungs: "Was, er ist nicht hier"?
"Hoffentlich hat er nicht den falschen Zug genommen und ist nach Moskau gefahren", wurde noch rumgealbert.
Von meinem Missgeschick hatten sie immer noch keine Ahnung, konnten sich mein Fernbleiben nicht erklären. Von meinem Freund Wolfgang erhielt ich ein Telegramm mit folgendem Inhalt: "Onkel Friedrich erkrankt, kann nicht kommen."
Unabhängig davon schrieb ich Wolfgang an die mir bekannte Adresse einen Brief, in dem ich ihm mein Missgeschick mitteilte.
Ich wusste keine andere Lösung, doch es schien mir wichtig zu erklären, die Stelle ist noch sauber.
Diese Postsendungen überschnitten sich.

 

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