Nach sieben Tagen Dunkelhaft, auf meinen Gemütszustand möchte ich hier wirklich nicht eingehen, verfrachteten sie mich in die Zelle Nr. 7 im Erdgeschoss.
Hier ist die Zeit vor 70 Jahren stehen geblieben. Das war die Zelle für die Hoffnungslosen, die Renitenten.
Ich wiederhole nur die Äußerung eines Schließers. Zelle Nr.7 war eine fast stockdunkle und sehr feuchte Zelle. Die Schlafstelle bestand aus einer Holzpritsche und war überhaupt nicht zu beschreiben.
Vorne gab es eine Sitzfläche von ungefähr 50 cm, danach ging es schräg nach oben Richtung Fenster, das von außen mit einer Metallblende verschlossen war.
Es roch feucht und faulig darin. Das Wasserrohr über dem Klo tröpfelte ständig. Alle paar Sekunden machte es plopp, plopp.
Am Tage ging es noch, doch nachts ging mir das mächtig auf den "Sender".
Auf dieser Holzliege oder -schräge, keine Ahnung, was das war, konnte ich nicht schlafen. Die Liegefläche war sehr schmal, Drehte ich mich einmal um, lag ich schon wieder auf dem Boden. Schräg hinlegen, also nach oben, ging auch nicht, weil, nach dem ich eingeschlafen war, die Beine einknickten, und ich nach unten rutschte. Ich lag dann wieder auf dem Boden. Auf dem Boden konnte ich auch nicht schlafen, da ich keine Matratze hatte. Der Fußboden war feucht und kalt. Es ging nicht. Mit dieser Zelle hatten sie sich wirklich etwas einfallen lassen.
So zwei- bis dreimal am Tag ging die Tür auf: "Rauskommen und links den Gang runter", schrie ein Schließer.
Da man mir zwar den Gips von den Füßen abgenommen hatte, aber keinerlei Nachbehandlung oder Therapie erfolgte, schwollen meine Beine sehr stark an und schmerzten. Die Feuchtigkeit und Kälte in dieser Zelle machten mir sehr zu schaffen, das Laufen fiel mir sehr schwer.
Kopfschmerzen hatte ich ständig. Zu allem Überfluss bekam ich auch noch ständig Magenschmerzen, die nachts am schlimmsten waren.
Nach meiner Haftentlassung wurden Magengeschwüre diagnostiziert. Hier im Gefängnis fanden trotz meiner ständigen Anmahnungen keine Behandlungen statt.
 

zum Buch - back to the book