Im August 1961 flüchteten täglich bis zu 4.000 Menschen aus dem Ostteil Deutschlands nach Westberlin.
Der Strom riss nicht ab, einer Völkerwanderung ähnlich. Auf den Bahnhöfen in Ostberlin sah man zu dieser Zeit nur Flüchtlinge mit Koffern, Taschen, Kinderwagen usw.
Sie fuhren nach Westberlin und meldeten sich im Flüchtlingslager Marienfelde an.
Dieses Lager war, wie sich jeder vorstellen kann, total überfüllt.
Die Westberliner Behörden wussten nicht wohin mit diesen Menschenmassen.
Also wurde jeden Tag ein Großteil der Flüchtlinge mit Flugzeugen in die Bundesländer geflogen. Das war die einzige Möglichkeit, dem kommunistischen Machtbereich zu entkommen.
Auf dem Landweg ging es nicht, denn der wurde ja von den Zonenmachthabern kontrolliert.
Es galt die Devise: Raus aus Berlin. Auf Einzelwünsche konnte keiner Rücksicht nehmen, es ging nicht.
Die Bevölkerung in den Bundesländern sah diesen Flüchtlingsstrom mit großer Besorgnis entgegen.
So lehnten z.B. die Behörden in Bonn, Bielefeld und Minden die Aufnahme dieser armen Menschen mit der Begründung ab, durch die Unterbringung in Jugendherbergen würden den Jugendlichen die Erholungsmöglichkeiten genommen.
Die Solidarität derjenigen, denen es einfach nur besser ging, wurde auf eine harte Probe gestellt.
Die Ostzone blutete aus.
Handwerker, Ärzte, usw...ja aus sämtlichen Bereichen der Wirtschaft wollten sie nur raus aus diesem Polizeistaat.
Ein Zustand, der beiden Seiten nicht gefiel. Es musste gehandelt werden.
 

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